Linde

 

Die Rinde der Linde ist sehr faserhaltig. Mit ihr fertigten die Menschen in der Jungsteinzeit ihre Kleidung und später vor allem Schnüre. Alles in dieser Pflanze, auch ihre Rinde, ist zart oder süß: Das Holz, der Duft der Blüten, die Blätter und die Form des Baumes.
Die Linde ist praktisch in der ganzen Welt bis zu einer Höhe von 700m verbreitet. Linden können bis zu 1000 Jahre alt werden und beeindrucken durch ihre Formschönheit. In einigen Fällen erreicht der Stamm einen Durchmesser von einigen Metern.
Das nicht differenzierte Kernholz der Linde hat eine helle Farbe und weist hin und wieder grünliche Bereiche auf. Es besitzt einen leicht seidigen Glanz, ist aber wenig dekorativ und sehr gleichförmig. Die gleichmäßig im gesamten Ring befindlichen kleinen und zahlreichen Poren können mit bloßem Auge nicht ermittelt werden.
Das zarte Holz der Linde mit einer trockenen Volumenmasse von 520 kg/m³ gehört zu den mittelschweren Hölzern. Aufgrund seiner feingliedrigen und gleichförmigen Struktur lässt es sich mit allen Werkzeugen bearbeiten. Es lässt sich leicht lackieren und streichen, bei Kontakt mit Metallen kann es fleckig werden. Die Trocknung ist unproblematisch. Lindenholz ist sehr empfindlich gegenüber Pilz- und Insektenbefall (Dauerhaftigkeitsklasse 5), die Imprägnierbarkeit ist gut.
Die Linde ist der gefragteste Holztyp für Skulpturen und Schnitzereien. Im Mittelalter galt der Baum als “lignum sacrum” (heiliges Holz), da in der kirchlichen Kunst vorwiegend dieses Holz verwendet wurde. Weitere Einsatzbereiche sind Spielzeug, Prothesen, Rahmen, Haushaltsgeräte und Holzschuhe.

Arten

  • Schnittholz I°